Festival 2026
30.10. – 01.11.

» Romane und Romanzen

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Ein Bericht über das Festival TEXTUR aus dem PROZ Magazin

Alt – aber nicht von gestern

Ein dreitägiges Festival rückt die mittelalterliche Musik ins Zentrum. Man kann 700-jährige Notenblätter in Kleinstformat bewundern, und es gibt sogar Workshops zum Mitsingen.

© Dirk Letsch

Das Textur-Festival in Basel und Binningen will die zum Teil noch wenig bekannte, mittelalterliche Musik mit zeitgenössischen Kompositionen verknüpfen. Der Name sei gewählt worden, weil es darum gehe, die Musik verschiedener Epochen und Traditionen miteinander zu verweben, wie Festivalgründerin Angélique Greuter verrät. Die ausgebildete Opernsängerin und Tänzerin leitet das Festival, das heuer zum zweiten Mal stattfindet und als Biennale gedacht ist. «Für die Aufführung mittelalterlicher Musik braucht es viel Kreatives und Forschendes», sagt Greuter, denn die überlieferten Quellen seien zum Teil wenig präzise und liessen viel Spielraum für die Ausführung. «Das finde ich sehr reizvoll», meint die Festivalleiterin.

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Interview mit Wael Sami Elkholy

© Marcelle Faragalla

(Version française ci-dessous)

• Guten Tag, Wael. Können Sie uns von Ihrem musikalischen Werdegang erzählen und durch welche bedeutenden Momente Sie als Künstler und als Mensch auf diesem Weg geprägt wurden?

Meine Verbindung zur Musik begann bereits in meiner Kindheit. Ich bin in eine musikalische Familie hineingewachsen. Mein Vater war wie auch mein Großvater Flötist im Cairo Symphony Orchestra. In Dubai, wo ich geboren wurde, lief zu Hause Musik von Bach, Mozart, Beethoven, Tschaikowski, Debussy sowie Musik aus dem Iran, Pakistan, Indien und natürlich auch ägyptische Musik. Als ich sieben Jahre alt war, zog meine Familie nach Kairo zurück, und damit begann meine Karriere. Damals spielte ich als Sänger und Schauspieler eine Hauptrolle in einer Kinderoperette. Diese Reise mit Musik und Theater setze ich bis heute fort. Dabei begleitet mich immer die Stimme meines Vaters, dem ich diesen Weg verdanke. Ohne ihn würde ich heute nicht hier stehen.

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Interview mit Christian Sutter

Christian Sutter, © Susanna Drescher

(Version française ci-dessous)

• Christian Sutter, Sie haben eine Laufbahn als Solokontrabassist des Sinfonieorchester Basel hinter sich und sind heute Kurator und Sprecher der literarischen Kammerkonzertreihe «Titus beflügelt» auf dem Basler Bruderholz. Was hat Sie zu dieser neuen Aufgabe geführt und was finden Sie besonders reizvoll in der Kombination von Literatur und Musik?

So neu ist diese Aufgabe gar nicht für mich. Ich habe mich schon immer lebhaft für die Verbindung von Musik und Literatur interessiert. Angefangen hat es damit, dass ich vor Jahrzehnten, als junger Musiker, basierend auf Anton Tschechows Novelle «Romanze mit einem Kontrabass» eine musikalisch-literarische Collage kreiert und diese als Kontrabassist und Sprecher in Personalunion, quasi als One Man Show, aufgeführt habe. Die Geschichte ist so gut angekommen, dass ein Musikkritiker damals seine Rezension mit «Der Poet am Kontrabass» überschrieben hat, was seither mein «Markenzeichen» geworden ist.

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Interview mit Frau Liselotte Kurth, Präsidentin des Vereins Ars vivendi – Life as Art

© Philippe Jaquet

(Version française ci-dessous)

• Guten Tag, Frau Kurth, ich danke Ihnen für Ihre Bereitschaft, an diesem Interview teilzunehmen. Könnten Sie sich kurz vorstellen und uns über Ihren persönlichen und beruflichen Hintergrund etwas sagen?

Ich bin in Winterthur aufgewachsen. Der kulturelle Reichtum der damals vom Mäzenatentum geprägten Stadt hat meinen Berufs- und Lebensweg entscheidend beeinflusst. Mit dem Wechsel in den Kanton Basel-Stadt erfolgte die Lehrtätigkeit mit dem fachlichen Schwerpunkt Musik an allen Stufen der Volksschule und am Gymnasium. Später, als Rektorin der Schulen von Riehen und Bettingen, führte ich in der Sekundarstufe die Klassen mit erweitertem Musikunterricht ein.

• Was hat Sie dazu inspiriert, das Präsidium eines jungen Vereins wie AvLaA zu übernehmen?

Es ist nicht zuletzt die Tätigkeit meines Mannes als der mittelalterlichen Musik zugetaner Sänger, die mir diesen Zeitraum eröffnete und mich bewog, die Anfrage von Angélique Greuter anzunehmen. mehr lesen…

TEXTUR Festival 2024

Vezelay Narthex Portail Sud Detail2. Edition von 18. bis 20. Oktober 2024

«Die Schweiz als Teil der Weltkultur», VERWEBEN von Mittelaltermusik und Neuschöpfungen, von Schrift und Tradition, so lautet das Motto der zweiten Ausgabe von TEXTUR.

Das Thema des Festivals stellt die Schweiz sozusagen ins Zentrum eines weiten Einflussbereichs, mit der sie seit Jahrhunderten im Austausch steht, auch gerade über die Musik.
Schriftlich überliefertes Repertoire wird verwoben mit musikalischen Formen, bei denen mündliche Tradition und zeitgenössischer Ausdruck im Vordergrund stehen.
In dem vielfältigen Programm – 4 Konzerte sowie Vortrag, Workshop und musikalischer Führung – treten geografisch und zeitlich weit entfernte Welten miteinander in Resonanz. Als besonderer Höhepunkt endet das Festival mit einer Auftragskomposition von Ulrike Mayer-Spohn, integriert in das neueste Programm des Ensemble RESONEZ.

Die 2022 begonnene Kooperation mit dem Historischen Museum Basel wird weitergeführt. Dieses Jahr wird das Festival ausserdem auch die Ehre haben, mit den Studierenden der Schola Cantorum Basiliensis zusammenzuarbeiten.

Um gezielt die junge Generation in dieses kreative, zeitorientierte Kulturprojekt einzubinden, ist eine Kooperation mit der Binninger Sekundarschule geplant. In einem mehrwöchigen Atelier zum Thema Tradition in der Musik werden die Schüler:innen durch einen der Festival-Musiker bei der Kreation eines eigenen Songs angeleitet, der anschliessend bei einem der Festival-Konzerte dargeboten wird.

— Français —

Bericht über das Konzert von Katom und Ensemble RESONEZ

© Dirk Letsch

Um 19.45 Uhr öffnen sich die Türen des bird’s eye jazz club für das zahlreiche Publikum, das sich bereits auf der Strasse vor dem Kohlenberg Nummer 20 versammelt hat. Auf der Bühne, die im Moment noch still und schwach beleuchtet ist, stehen nur Jazz- und mittelalterliche Musikinstrumente. In dieser Atmosphäre, die noch von einer geheimnisvollen Aura umhüllt ist, was kurz darauf geschehen soll, nehmen die Gäste Platz, entspannen sich, diskutieren und machen sich mit ihrer Umgebung vertraut.

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